DruckversionPhilosophie
Sterben macht Angst. In der Berufs-, Werbe- und Konsumwelt, im täglichen Leben, im Wechsel von Herausforderung und Ablenkung kommt das Sterben nicht vor. Aber das Sterben ist Realität. Nur weil es nicht ins Lebensbild allzeit aktiver Menschen passt, wird es verdrängt. Und die Sterbenskranken verschwinden in Heimen und Kliniken. Obwohl fast alle Menschen lieber zu Hause sterben würden, geschieht dies bei 75% im Krankenhaus. Nicht alle erhalten hilfreichen Besuch, viele sterben einsam. Medien verbreiten Schreckensbilder von Komapatienten zwischen Infusionen und Apparaten.
Zu einer zivilisierten Gesellschaft sollte eine menschliche Form des Sterbens gehören, die die Menschenwürde bis in diese letzte Lebensphase hinein respektiert und ermöglicht. Sie muss aus ethischen Gründen eine Philosophie der Lebensgestaltung vor dem Tode entwickeln und realisieren. Die Erledigung des Problems durch Euthanasie widerspricht moralischen und religiösen Grundauffassungen. Während in einigen europäischen Staaten für definierte Fälle die Sterbehilfe sowohl als Tötung auf Verlangen als auch in Form des assistierten Suizids legalisiert ist, lehnt die Hospizbewegung in Deutschland für jeden Fall jede Art aktiver Lebensbeendigung ab. Sie ist sich darin mit den Forderungen der Ärzte einig, wie sie noch einmal auf dem 109. Deutschen Ärztetag 2006 formuliert wurden.
Es darf nicht dazu kommen, dass sich die Gesellschaft aus finanziellen Gründen oder praktischen Erwägungen von Sterbenskranken „befreit“, indem sie aktive Sterbehilfe propagiert und gesetzlich ermöglicht. Auch wenn in Umfragen zwei Drittel der Deutschen grundsätzlich die Legalisierung der Sterbehilfe befürworten, würde nur ein kleiner Teil von ihnen (ca. 15%) die aktive Lebensbeendigung für sich in Anspruch nehmen. Im Gegensatz dazu geht es darum, dem Einzelnen auch bei unheilbarer Krankheit und absehbarem Lebensende so viel Eigenständigkeit und positiv erlebter Zeit wie möglich zu erhalten, also Autonomie und Lebensqualität bis zuletzt. Darin liegt die viel zitierte Würde, bei der vom „Sterben in Würde“ die Rede ist. Dazu gehört die spirituelle Begleitung für die, die ihre Kraft aus dem Glauben beziehen.
Menschliche Sterbebegleitung ist die Kernaufgabe der Ökumenischen Hospizbewegung Düsseldorf-Süd e.V. Unser Verein greift – wie viele andere Hospizdienste in Deutschland – die an sich alte Idee auf, schwerkranke und sterbende Menschen in der letzten Lebensphase zu begleiten, und zwar auch die Angehörigen, die oft beraten und getröstet werden wollen.
Wichtige Ziele und Aufgaben:
- Ängste der Kranken, Sterbenden und Angehörigen vermindern
- Positive Ich-Anteile bestätigen und Glaubensinhalte stärken
- Praktische Handreichungen und Besorgungen erledigen
- Verbindungen zu Ärzten, Pflegediensten, Freunden erhalten
- Mit Palliative Care und dem regionalen sozialen Netzwerk kooperieren
- Das Thema Sterben in Würde bis zuletzt in der Öffentlichkeit wach halten
(Einzelheiten zu Zielen und Aufgaben siehe Aufgaben des Teams)
Ökumenische Hospizbewegung Düsseldorf – Süd e. V. - Emil-Barth-Str. 151 - 40595 Düsseldorf -
Tel: 0211 – 702 28 30 - Email: kontakt@hospizbewegung-duesseldorf-sued.de